Burkhard Paul Stangl, Komponist

Burkhard Paul Stangl ist ein österreichischer Avantgarde- und Jazzgitarrist und Komponist. Burkhard Stangl hat 2019 gleich zwei Alben herausgebracht: Während „Jardin des Bruits“ mit dem Turntablisten dieb13 einen Sog zwischen Elektroakustik und Noise entwickelt, durchmisst „Lynx“ mit der Audiovisionskünstlerin Joanna John ebenso verträumte wie brüchige Klanglandschaften. Anhand dieser Alben präsentiert der Zeit-Ton ein Porträt über den Wiener Gitarristen und Komponisten, dessen Schaffen Improvisation, Neue Musik, Soundtracks sowie Beschäftigungen mit Literatur und Medien umfasst.

Burkhard Stangl zählt zu den zentralen Künstlern österreichischer Improvisationsmusik, seit den mittleren 1980er Jahren sind von ihm an die 100 Tonträger und einige Bücher erschienen. Ab den 1990ern spielte er in den Formationen Polwechsel, Schnee, efzeg und Monoblue Quartet und in den letzten Jahren in Gruppen wie Chesterfield oder den EKG Ensemble. Aus den Kollaborationen seien herausgegriffen: Christof Kurzmann, Franz Koglmann und Anna Zaradny.

Stangl ist wesentlicher Bestandteil der von Dieter Kovacic aka dieb13 gegründeten Plattform klingt.org, wo seit 20 Jahren ein reger Austausch mit Künstler/innen wie Angélica Castelló, Billy Roisz und Martin Siewert stattfindet. Zudem unterrichtet er an der AHS Heustadelgasse und ist Lektor an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien für Improvisation und neue Musikströmungen. Collagen und Gefilde.

Die auf Mikroton Records bzw. Interstellar Records veröffentlichten Alben „Jardin des Bruits“ und „Lynx“ sind ebenso Entsprechung wie Differenz: „Jardin des Bruits“ ist das Resultat eines gut eingespielten Duos, bei dieser metatextuellen Musik trifft Stangls abstraktes Gitarrenspiel auf die Vinyl- und Schellack-Platten-Collagen von dieb13. Auf „Lynx“ arbeiten er und die polnisch-norwegische Künstlerin Joanna John zum ersten Mal miteinander. Diese fragilen Klanggebilde sind von ambienthaften Stimmungsbildern durchzogen. Grenzen zwischen Rock-, elektroakustischer und Elektronikmusik werden hier wie da mal kontrastreich, mal schwärmerisch übergangen.

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© Werner Stangl Linz 2020