Michael Stangl, Braumeister

Die Samerberger Nachrichten vom 7. Juni 2021 berichten, dass das Aschauer Bier nach 30 Jahren zurückkommt. Der Gedanke reifte schon lange im Kopf, doch den endgültigen Entschluss fassten die zwei Aschauer Michael Stangl und Michael Schäffer letztes Jahr im Laufe des Sommers. Man könnte doch ein Bier mit einer „Gams“ als Symbolfigur zurück nach Aschau bringen, ziemlich genau 30 Jahre nach dem letzten Sud der Schloßbrauerei Hohenaschau. Die langjährige Brautradition im Priental und der Bekanntheitsgrad des damaligen Aschauer Bieres über die Gemeindegrenzen hinaus motivierte die beiden zusätzlich.

Braumeister Michael Stangl wuchs direkt hinter der ehemaligen Schloßbrauerei auf, was letztendlich auch zu seinem Berufswerdegang bis hin zum Braumeister führte. Das Brauen ist seine Leidenschaft, ein eigenes Bier sein Traum. Die beiden Firmengründer sprachen auch mit der Familie des letzten Inhabers der alten Schloßbrauerei. „Auch wenn es die Brauerei und das Bier seit 30 Jahren nicht mehr gibt, fanden wir es wichtig den Cramer-Kletts unsere Ziele zu vermitteln.“, so Michael Stangl.

Für das neue Aschauer Bier wird in einer im Chiemgau ansässigen Brauerei die Anlage gemietet, was sofort gute Qualität und hohe Standards gewährleistet. Das erste Bier wurde Anfang Mai eingebraut und wird ab dem 11. Juni 2021 erhältlich sein.

Prost!

Die Samerberger Nachrichten vom 30. Juni 2021 berichten schließlich unter dem Titel “Brauhaus Hohenaschau: erste und erfolgreiche Bierprobe”:

Eine erste Entscheidung zugunsten von neuem und guten Bier aus dem Chiemgau fiel mit der Partnerschaft mit einer Lohnbrauerei in Seeon. „Wir wagten beim ersten Sud gleich 100 Hektoliter – und wir haben gleich großen Zuspruch bekommen“ – so Braumeister Michael Stangl, denn die Nachfrage nach dem ersten Bier aus dem Brauhaus Hohenaschau überstieg alle Erwartungen. Dass die beiden Jung-Unternehmer eine gute Qualität erzielten, lag an den guten Vorbereitungen nach dem Motto „Alte Einflüsse – neu interpretiert“. Mit Hopfen aus der Hallertau und mit Seeoner Wasser ging es ans Werk, Freunde der beiden Brauer berichteten von ihren Bier- und Blindverkostungen und so ergab sich das erste Produkt. Aufgrund der großen Erwartungshaltung in der Aschauer und Prientaler Bevölkerung waren die 100 Hektoliter nach wenigen Tagen verstellt bzw. verkauft. „Mit einem solchen Ansturm haben wir nicht gerechnet“ – so die beiden Brauer, die sich nunmehr alle drei bis vier Wochen an einen neuen Sud heranmachen können und auch schon ein bisschen träumen dürfen über eventuell weitere Sorten nach dem Hellen wenn sie sagen: „Eventuell können wir im nächsten Jahr ein Weißbier anbieten oder ein Dunkles oder ein Pils, da lassen wir uns selbst überraschen“. Strahlende Augen bekommen die beiden erfolgreichen Neustarter auf die Frage, ob sie nicht in ihrer Heimatgemeinde Aschau i. Chiemgau eine eigene Brauerei führen wollen und sie sagen: „Wäre natürlich ein großer Traum, aber jetzt müssen wir uns erst mal um unseren Start und um unsere Kunden kümmern“. Mit dabei bei der Bierverkostung vom Hohenaschauer Brauhaus war auch Rosmarie Anner, deren Großeltern die letzten Wirtsleute in der Högermühle von Hohenaschau waren. Die 80jährige kann sich noch gut und viel an die ehemalige Schlossbrauerei erinnern und sie unterstützte vor 30 Jahren auch den BR-Film-Regisseur Georg Antretter bei dessen Film „Löwe frißt Gams“ (nach der Übernahme der Aschauer Brauerei durch Löwenbräu) und sie gratulierten den jungen Burschen zu ihrem Start-Erfolg mit den Worten: „So zupackende und ideenreiche Burschen führen bestimmt zu weiteren Erfolgen“. Zum Dank für die Bierprobe bekamen Michael Stangl und Michael Schäffer von Herbert Reiter, dem Leiter der Tourist-Information Aschau-Sachrang ein Aschauer Handtuch, dazu sagte er: „Für den Fall, dass Ihr mit dem neuen Projekt mal ins Schwitzen kommt!“. Mit dabei war auch Herbert Reiters Bruder Claus, er wünschte als Vorstand vom Trachtenverein „D´Griabinga“ Hohenaschau, dem übrigens drittältesten in Bayern (gegründet 1884) alles Gute mit folgenden Worten: „Die beiden Michaels sind seit ihrer Kindheit bei unserem Trachtenverein, deswegen freut es mich besonders, dass wir heute in unserem Vereinslokal das wirklich gute Bier aus dem Hohenaschauer Brauhaus probieren und genießen dürfen“.


© Werner Stangl Linz 2021

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