Michael Stangl, Inklusionsbeauftragter

Das Onetz vom 4. September 2020 meldet unter dem Titel „Schnaittenbachs Inklusionsbeauftragter Michael Stangl hat viele Pläne“, dass es nun eineinhalb Jahre her ist, dass Michael Stangl vom Stadtrat einstimmig parteiübergreifend zum Inklusionsbeauftragten der Stadt Schnaittenbach bestellt worden war. In dieser Zeit hat sich Einiges getan, denn der Zuspruch der Bürger auf sein Engagement motiviert Michael Stangl, sich weiter für eine behindertengerechte und barrierefreie Gestaltung seiner Heimatstadt einzusetzen. Der heute 41-Jährige hatte 1996 im Alter von nur 16 Jahren einen schweren Verkehrsunfall mit dem Moped. Michael Stangl ist seit dieser Zeit querschnittsgelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen. Noch bevor Marcus Eichenmüller zum Bürgermeister von Schnaittenbach gewählt wurde, war er selbst bereits im Gespräch für das Ehrenamt des kommunalen Inklusionsbeauftragten. Eichenmüller war nach eigenen Angaben bewusst, dass Menschen mit Handicap die Stadt mit ihren Einrichtungen und Gegebenheiten unter einem anderen Aspekt betrachten als die Bürger ohne Handicap. Aus diesem Grund habe er Michael Stangl gebeten, zusammen mit ihm dieses Ehrenamt zu übernehmen. Was der dann auch tat.
Für die Stadt sei die Besetzung des städtischen Inklusionsbeauftragten mit Michael Stangl ein Glücksfall, stellt der Bürgermeister fest. Denn als Betroffener kenne er die Anforderungen der Menschen mit Handicap an die örtlichen Gegebenheiten bestens. Zudem zeige Stangl großes Engagement für sein Ehrenamt. „Der Stadt ging es nicht nur darum, den Posten des Inklusionsbeauftragten zu besetzen, weil es das Gesetz vorschreibt, sondern einen kompetenten und aktiven Ansprechpartner für die Bürger mit Handicap zu haben. Er berät aber auch die Stadt beispielsweise bei baulichen Maßnahmen und der Ausstattung städtischer Einrichtungen“, heißt es aus dem Rathaus.
Dass sich Michael Stangl für eine barrierefreie und behindertengerechte Stadt sowie die Eingliederung von Menschen mit Handicap in die Gesellschaft einsetzt, hat er in seiner nun 18-monatigen Amtszeit bewiesen. Er hat nach seinen Aussagen noch viele Ideen, um die Stadt auch für Menschen mit Handicap lebenswert und attraktiv zu gestalten. In seinen Überlegungen berücksichtigt er aber auch ältere Menschen und junge Eltern. „Ich möchte ein offenes Ohr für alle Bürger der Stadt haben, wenn ich auch insbesondere Ansprechpartner für Menschen mit Handicap bin“, betont Stangl.
Stangls nächstes Projekt ist ein der Einbau eines Aufzugs im Rathaus. Der sei nicht nur eine notwendige Einrichtung für Rollstuhlfahrer, sondern komme auch älteren Menschen und jungen Familien mit Kinderwägen zugute. Gerade für Senioren setzt sich Michael Stangl auch mit seiner Forderung an die Stadt ein, mehr Sitzbänken aufzustellen. Er wolle darüber hinaus sein Mitspracherecht bei der Gestaltung eines neuen Spielplatzes am Bürgerwald nutzen. Da ein Rollstuhlfahrer die Stadt unter einem anderen Aspekt sehe als jemand, der nicht auf einen Rollstuhl angewiesen sei, findet er es gut, wenn sich die Stadträte zur Erkundung von Schnaittenbach einmal in Rollstühle setzen, um Schnaittenbach aus dieser Perspektive zu erleben.

„Ich bin nicht anders als alle anderen auch, ich sitze halt nur.“

Das Onetz vom 27. März 2019 meldet aus Schnaittenbach, dass dort jetzt die Stelle des  Inklusionsbeauftragten geschaffen wurde, die mit Michael Stangl besetzt wird: „Gebürtig im Schnaittenbacher Ortsteil Holzhammer, weiß der 39-Jährige selbst sehr gut, wie mit den Sorgen und Nöten von Behinderten umzugehen ist: Michael Stangl ist nach einem Mopedunfall im Jahr 1996 in Schnaittenbach querschnittsgelähmt und ständig auf einen Rollstuhl angewiesen. Er weiß um die Probleme behinderter Menschen und will sich für Verbesserungen und Veränderungen einsetzen. (…) Stangl hat bereits ein Fortbildungsseminiar in Sachen Inklusion absolviert und will gemeinsam mit anderen behinderten Menschen etwas bewegen: öffentlicher Toilettenzugang und barrierefreie Eingänge zum Beispiel – es gibt seiner Ansicht nach so manches, was geändert werden könnte. (…) Noch hätten manche Menschen immer noch Hemmungen, mit behinderten Menschen in Kontakt zu treten. „Ganz einfach normal mit ihnen umgehen“, empfahl Michael Stangl: „Ich bin ja nicht anders als alle anderen auch, ich sitze halt nur.“

Kontakt: stangl.michael@gmx.de, Telefon 0171/3 80 14 47.