Rosemarie Stangl, Sicherheitsforscherin

Rosemarie Stangl erklärt gemeinsam mit Alexander Siedschlag in „Katastrophenmanagement – Eine wissenschaftliche Einführung“ auf professionelle und verständliche Weise, woraufs es bei effektivem Katastrophenmanagement ankommt, insbesondere besondere unter Berücksichtigung der internationalen Dimension ein. Darin werden auch Kernergebnisse klassischer Werke und Studien erschlossen. Eine Katastrophe ist nach den Autoren vor allem auch charakterisiert durch die Herausforderung der Gleichzeitigkeit, als ein Gesamtsystem aus Ereignissen, Wahrnehmungen, emotionalen Reaktionen, Verhaltensreaktionen, Kommunikation, Information usw. Das Katastrophenmanagement bedarf in diesem Fall einen synchronen Gesamteinsatzes der Fähigkeiten an Stelle einer sukzessiven Abfolge von Instrumenten, die auf einzelne Phasen zugeschnitten sind. Dazu gehört auch die Fähigkeit, einen umfassenden, fachübergreifenden Blickwinkel einzunehmen.

Dieses Buch soll nicht nur für die Wissenschaft sondern auch für interessierte Praktiker/-innen von Nutzen sein, die ihre Arbeit und Verantwortung in einem übergreifenden heuristischen Kontext verstehen möchten. Berücksichtigt werden Zugänge aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen wie der amerikanischen disaster research, der deutschen Katastrophenpsychologie oder der Betriebswirtschaftslehre. Es wird Wert darauf gelegt, den Katastrophenmanagementzyklus von Prävention und Resilienzsteigerung über Ereignisbewältigung bis hin zu Wiederaufbau in Betracht zu ziehen. Zudem werden Herausforderungen in Bezug auf die Coronavirus-Pandemie (COVID-19) diskutiert.


DI Dr. Rosemarie Stangl promovierte an der Universität für Bodenkultur Wien im Fach Landschaftsplanung und Landschaftspflege und forschte und arbeitete zwölf Jahre im Bereich Naturgefahren- und Ressourcenmanagement. Seit 2010 unterstützt sie als Mitarbeiterin am CEUSS | Center for European Security Studies an der Sigmund Freud Privat Universität in Wien EU-Projekte zur Sicherheitsforschung an der Schnittstelle zu den Natur- und Ingenieurwissenschaften mit Schwerpunkt auf Krisen- und Katastrophenmanagement, Resilienzforschung und Risikoperzeption.

Gemeinsam mit dem selben Autor hat Rosemarie Stangl auch das Buch „Sozialwissenschaftlich-technische Schnittstellen der Sicherheitsforschung“ veröffentlicht, in dem dargelegt wird, dass die transdisziplinäre Koppelung sozialwissenschaftlicher und technischer Expertise mit Hilfe kooperativer Forschungsstrukturen grundlegend für die Sicherheitsforschung ist. Im Rahmen des umfassenden Ansatzes („comprehensive approach“) sind sozialwissenschaftlich-technische Schnittstellen von erstrangiger Bedeutung für die Umsetzung und künftige Ausrichtung ziviler Sicherheitsforschung. Das Buch präsentiert einen aus Forschungsarbeit und Stakeholderkonsultationen entwickelten Katalog und bietet eine Inventarisierung aktueller und potenzieller Schnittstellen zur systematischen Verwendung in der Sicherheitsforschung. Der Katalog dient als Checkliste und Nachschlagewerk und enthält die systematische Zuordnung von sozialwissenschaftlichen Dimensionen zu den Technikdimensionen der Sicherheitsforschung sowie deren Definitions- und Beschreibungsregister. Der Katalog kann nach Aussage des Verlages darüber hinaus als Werkzeug zur Umsetzung des umfassenden Ansatzes in Projekten und zur Weiterentwicklung von Förderprogrammen in der Sicherheitsforschung dienen.