Susanne Stangl, Schauspielerin

Am bundesweiten Vorlesetag, Freitag, dem 15. November, bietet Kempen wieder ein Highlight, denn der Lese-Talk des Hospitals zum Heiligen Geist widmet sich dem Thema „Zweite Lebenshälfte: Was bewegt das Alterspubertier?

Gelesen wird aus dem Buch „Es ist nur eine Phase, Hase“ von Maxim Leo und Jochen Gutsch. Es geht darum, die zweite Lebenshälfte mit Anstand und Respekt anzugehen.

Vorleserin ist dabei Susanne Stangl, Leseort das Thomaeum, Zeit 18:00 Uhr. Karten zu 10 Euro gibt es am Hospital-Empfang und im Sekretariat des Thomaeum. Der Erlös des Abends ist für die Artemed-Stifung des Hospitals bestimmt.

In einem Bericht heißt es dazu: Auf der Bühne der Aula des Thomaeums herrscht ein wenig Wohnzimmeratmosphäre. Zwei gemütlich aussehende Sessel werden von einer altmodischen Stehlampe samt niedrigem Tisch und einer weiteren Lampe eingerahmt. Ein Stückchen daneben sieht es mit dem Vorlesepult etwas nüchterner, aber nicht weniger heimisch aus. Und genau hier beginnt der Abend in dem Moment, als Susanne Stangl Platz nimmt und zum Buch greift. „Müsste ich einen Moment benennen, in dem ich zum Alterspubertier wurde, den ,point of no return’ sozusagen, dann waren es die zwei Sekunden, in denen mein Augenarzt sagte: Tja, sie brauchen einen Lesebrille“, beginnt sie mit ihrer angenehm harmonischen Stimme vorzulesen und löst damit die ersten Schmunzler im Publikum aus. Die Lachmuskeln werden von der Kölner Schauspielerin und Sprecherin aber noch mehr strapaziert, denn sie liest aus dem Buch „Es ist nur ein Phase, Hase“ von Maxim Leo und Joch Gutsch vor. Das beschäftigt sich in amüsanter Art und Weise mit der sogenannten zweiten Lebenshälfte und deren Unwägbarkeiten, die das Älterwerden mit sich bringen kann. Was es mit der speziellen Speisekarte für Alterspubertiere auf sich hat. Wie eine winzige Geste die Opahaftigkeit der Welt ausdrücken kann. Was die historischen Wendepunkte im Leben eines Mannes ausmachen, und warum eine Prostatavorsorgeuntersuchung unweigerlich dazugehört. Das Buch gibt mehr als nur unterhaltsame Antworten, die bei den altersmäßig bunt gemischten Besuchern bestens ankommen. Beim nunmehr dritten Lese-Talk des Hospitals zum Heiligen Geist anlässlich des bundesweiten Vorlesetages rückte das Alterspubertier in den Mittelpunkt. Wobei die Bezeichnung von dem Autoren-Duo kreiert wurde und sich auf den Menschen in der Mitte seines Lebens bezieht und Aspekte wie Bierbäuchlein, Fettpölsterchen, Schusseligkeit, Beziehungsstress und andere Symptome unter die Lupe nimmt. Es kann aber nicht nur gelacht werden. Mit gleich drei Chefärzten vom Kempener Krankenhaus werden die Erkrankungen beleuchtet, die die zweite Lebenshälfte mit sich bringen kann. Die Harninkontinenz steht genauso auf dem Programm wie Prostatabeschwerden und die Wechseljahre. Das Thema Schlaganfall wird unter die Lupe genommen, und auch die Demenz sowie Pflege gehören zu den einzelnen Gesprächsrunden. Dazwischen sorgt Stangl mit acht Leseeinsätzen immer wieder für die Leichtigkeit des Abends. So bleibt bei der Begegnung des Buch-Protagonisten mit Gott kein Auge trocken. Der berichtet nämlich, dass, wenn das Team im Himmel Spaß haben wolle, immer auf die Alters­pubertiere auf der Erde geschaut und sich über deren Gehabe amüsiert werde. Ein Gehabe, das gar nicht nötig ist, letztlich sei es eine Zeit, in der alles kann, aber nichts muss. Stangl: „Man muss nicht mehr jeden Quatsch mitmachen“.”

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© Werner Stangl Linz 2020