Thomas Stangl, Autor

Der Österreicher Thomas Stangl erhielt 2019 den Preis der Schillerstiftung. Die Deutsche Schillerstiftung zeichnet den österreichischen Autor Thomas Stangl mit der Ehrengabe 2019 aus. Die Auszeichnungen sind mit je 10 000 Euro dotiert und werden am 10. Mai in Marbach überreicht. Die Jury würdigt Stangls Wahrnehmungsschärfe, Leser fänden in seinen Romanen und Essaybänden Glück und Staunen. Stangl gelinge es, die Gegenwart zu “erschreiben”.

Nicht nur die Zeit verschwimmt

Max Stangl

Thomas Stangl – “Was kommt”, der dritte Roman des Wieners
Das Gegenteil ist genauso falsch”, sagt Thomas Stangl und ist in dieser philosophischen Betrachtung eigentlich sehr nahe bei Juli Zeh (siehe oben).
Mit Auszügen aus seinem Roman „Was kommt“ wurde der 1966 in Wien geborene Autor schon beim Bachmann-Wettbewerb ausgezeichnet. Jetzt ist das Buch bei Droschl erschienen.
Stangl verbindet in diesem Roman vieles, aber vor allem die Lebensgeschichten zweier Personen: Da ist zum einen Emilia Degen, eine Schülerin, die im Wien des Jahres 1937 lebt. Zum anderen Andreas Bichler, ebenfalls Schüler, der aber im Wien der 1970er-Jahre aufwächst.
Beiden gemeinsam ist die Tatsache, dass sie bei ihrer Großmutter wohnen. Und dass sie sich im Leben nur schwer zurechtfinden. Die Zeit, die zwischen ihnen liegt, verschwimmt im Präsens.
Nun darf man bei Stangl nicht erwarten, dass er, darauf basierend, stringente Geschichten mit Hand und Fuß entwickelt. Man hat eher den Eindruck, dass er beim Schreiben ein von Hirn und Bauch Getriebener ist. Er konstruiert wie ein Maler, der versucht, den Rahmen seines Gemäldes zu sprengen, um das Zentrum außerhalb der Leinwand zu finden. Manche vergleichen seine Schreibkunst mit Technik-Effekten, derer sich sonst das Filmgenre bedient.
“Was kommt” ist kein leichter Roman. Für das, was er gibt, fordert er auch viel. Vor allem höchste Konzentration.

Quelle: http://kurier.at/kultur/306484.php (09-03-26)

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© Werner Stangl Linz 2019